Auto überführen nach dem Kauf: Wege, Kosten, Reihenfolge
Ein gekauftes Auto kommt auf vier legalen Wegen nach Hause: mit Kurzzeitkennzeichen (insgesamt meist 60 bis 130 Euro), auf den noch angemeldeten Kennzeichen des Verkäufers, per Anhänger oder durch einen Überführungsdienst ab etwa 150 Euro. Ohne Kennzeichen und Versicherung darf es keinen Meter auf eigener Achse fahren.
Stand: Juli 2026
Auto gekauft: was muss ich jetzt in welcher Reihenfolge tun?
Nach dem Kauf gilt diese Reihenfolge: erst die Kfz-Versicherung abschließen und die eVB-Nummer geben lassen, dann den Weg nach Hause klären (Kurzzeitkennzeichen, Verkäufer-Kennzeichen, Anhänger oder Spedition), das Auto überführen und anschließend unverzüglich, in der Regel innerhalb einer Woche, auf dich zulassen oder umschreiben.
- Kfz-Versicherung abschließen und eVB-Nummer erhalten, das geht online in Minuten
- Überführungsweg wählen: Kurzzeitkennzeichen, angemeldete Verkäufer-Kennzeichen, Anhänger oder Überführungsdienst
- Auto nach Hause überführen
- Zulassung oder Umschreibung bei der Zulassungsstelle, in der Regel innerhalb einer Woche
Darf ich ein gekauftes Auto ohne Kennzeichen nach Hause fahren?
Nein: Ein nicht zugelassenes Auto darf auf öffentlichen Straßen nicht auf eigener Achse gefahren werden. Es drohen mindestens 70 Euro Bußgeld, und ohne Haftpflichtversicherung ist die Fahrt sogar eine Straftat nach dem Pflichtversicherungsgesetz. Legal geht es nur mit Kurzzeitkennzeichen, angemeldeten Kennzeichen, Anhänger oder Spedition.
Darf ich mit den Kennzeichen des Verkäufers nach Hause fahren?
Ja, solange das Auto noch auf den Verkäufer zugelassen ist und dieser ausdrücklich einverstanden ist. Haltet die Überführungsfahrt im Kaufvertrag fest und nimm alle Fahrzeugpapiere mit. Bei einem Unfall greift die Haftpflicht des Verkäufers, was dessen Schadenfreiheitsklasse belasten kann; melde das Auto danach zügig um.
Kurzzeitkennzeichen oder Ausfuhrkennzeichen: was brauche ich?
Für Fahrten innerhalb Deutschlands ist das Kurzzeitkennzeichen mit gelbem Rand gedacht: maximal 5 Tage gültig, nicht verlängerbar. Für den dauerhaften Export ins Ausland gibt es das Ausfuhrkennzeichen mit rotem Rand, gültig zwischen 15 Tagen und einem Jahr, mit eigener Versicherung und eigenen Zulassungsgebühren.
| Kurzzeitkennzeichen |
| Ausfuhrkennzeichen |
Was kostet es, ein Auto überführen zu lassen?
Ein professioneller Überführungsdienst kostet je nach Strecke und Methode meist 150 bis 1.000 Euro (Stand Juli 2026): Kurzstrecken ab etwa 150 Euro, mittlere Strecken bis 500 Kilometer häufig 300 bis 600 Euro; ein Fahrer auf eigener Achse ist günstiger als der Transporter. Wer selbst fährt, zahlt nur Kennzeichen und Sprit.
Kann ich das Auto mit einem Anhänger holen?
Ja, der Anhänger ist der einzige Weg ganz ohne Kennzeichen und ohne gültige HU, weil das Auto als Ladung gilt. Entscheidend ist der Führerschein: Klasse B reicht nur bis 3,5 Tonnen zulässiger Gespannmasse, darüber braucht es B96 oder BE. Zugfahrzeug und Anhänger müssen für das Gewicht ausgelegt sein.
Allgemeine Informationen ohne Gewähr, keine Rechtsberatung im Einzelfall. Gebühren und Abläufe variieren je nach Zulassungsstelle und Versicherer.
