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Radwechsel mit Wagenheber: worauf du achten musst

Fester, ebener Untergrund, Handbremse angezogen und Gang eingelegt, Radschrauben noch am Boden lösen, Wagenheber nur am vorgesehenen Aufnahmepunkt, niemals unter ein Auto legen, das allein der Wagenheber hält, Radschrauben über Kreuz mit dem Drehmomentschlüssel anziehen und nach 50 bis 100 Kilometern nachziehen. So fassen ADAC und TÜV NORD die Regeln für den Radwechsel mit Wagenheber zusammen.

Stand: September 2026

Wo und wie sichere ich das Auto vor dem Anheben?

Auf ebenem und festem Untergrund, nie auf Gefälle oder Kopfsteinpflaster, so der TÜV Thüringen, sonst kann der Wagenheber verkanten oder wegrutschen. Der ADAC nennt die Reihenfolge: Handbremse anziehen, ersten Gang einlegen oder den Wählhebel auf P stellen, dann die Radschrauben noch am Boden etwa eine Viertelumdrehung lösen. Erst danach kommt der Wagenheber zum Einsatz.

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Wo setze ich den Wagenheber an?

Nur am vom Hersteller vorgesehenen Aufnahmepunkt am Unterboden, den die Bedienungsanleitung und meist eine Markierung am Schweller zeigen, so ADAC und TÜV NORD. Der Bordwagenheber aus dem Kofferraum ist laut ADAC nur für Notfälle gedacht, nicht für den saisonalen Wechsel. Und niemals unter das Fahrzeug legen, wenn es nicht zusätzlich mit Unterstellböcken gesichert ist.

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In welcher Reihenfolge wechsle ich das Rad?

Lösen am Boden, anheben, Rad abnehmen, Auflagefläche reinigen, neues Rad handfest aufschrauben, ablassen, bis der Reifen gerade aufsteht, und erst dann über Kreuz mit dem vorgeschriebenen Drehmoment anziehen. So beschreibt es die Schritt-für-Schritt-Anleitung des ADAC; TÜV NORD ergänzt, dass die Radschrauben auch beim Lösen kreuzweise bearbeitet werden.

  1. Auto auf ebener, fester Fläche abstellen, Handbremse anziehen, ersten Gang oder P einlegen
  2. Radkappe abziehen und die Radschrauben etwa eine Viertelumdrehung lösen, solange das Rad noch am Boden steht
  3. Wagenheber am vorgesehenen Aufnahmepunkt ansetzen und das Auto anheben, bis das Rad frei ist
  4. Radschrauben ganz herausdrehen und das Rad abnehmen; Leichtmetallräder sitzen laut ADAC oft fest auf der Nabe
  5. Radauflagefläche mit der Drahtbürste reinigen und einen Blick auf Bremsscheibe und Beläge werfen
  6. Neues Rad aufsetzen, Laufrichtung beachten und alle Schrauben mit dem Radkreuz handfest anziehen
  7. Auto ablassen, bis der Reifen gerade am Boden aufsteht
  8. Radschrauben über Kreuz mit dem Drehmomentschlüssel auf das vorgeschriebene Drehmoment anziehen
  9. Abgenommene Räder mit Kreide auf der Lauffläche markieren, zum Beispiel VR für vorne rechts

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Mit welchem Drehmoment ziehe ich die Radschrauben an?

Mit dem Wert, den der Hersteller in der Bedienungsanleitung vorgibt, und immer mit einem Drehmomentschlüssel, so ADAC und TÜV NORD. Einen pauschalen Wert gibt es nicht; für Noträder gelten laut ADAC oft eigene Anzugsmomente. Zu fest belastet das Material, zu locker kann sich das Rad während der Fahrt lösen, warnt der TÜV Thüringen. Bei Alufelgen ist das laut ADAC besonders wichtig.

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Nach wie vielen Kilometern muss ich die Radschrauben nachziehen?

Nach etwa 50 Kilometern, so der ADAC; TÜV NORD und TÜV Thüringen nennen 50 bis 100 Kilometer. Dann die Schrauben mit dem Drehmomentschlüssel kontrollieren, nicht einfach fester ziehen. Nach einem Wechsel in der Werkstatt haftet laut ADAC die Werkstatt für den festen Sitz (OLG München, Az. 7 U 2338/20); ein Hinweis auf der Rechnung überträgt die Verantwortung nicht auf den Kunden.

Kilometer und Grenzwerte rund um den Radwechsel
Radschrauben nachziehenNach etwa 50 km (ADAC), nach 50 bis 100 km (TÜV NORD, TÜV Thüringen)
Räder achsweise tauschenSpätestens alle 8.000 bis 10.000 km (ADAC)
Mindestprofiltiefe1,6 mm nach § 36 StVZO; der ADAC empfiehlt 3 mm im Sommer und 4 mm im Winter
ReifenalterNach 6 bis 8 Jahren ersetzen, das Herstelldatum steht in der DOT-Nummer (TÜV NORD)
NotradHöchstens 80 km/h (ADAC)

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Räder selbst wechseln oder in die Werkstatt?

Selbst wechseln lohnt sich mit stabilem Wagenheber, Unterstellbock, Radkreuz, Drahtbürste und Drehmomentschlüssel, so die Werkzeugliste des ADAC. Fehlt der Drehmomentschlüssel oder ein ebener Stellplatz, ist die Werkstatt die sichere Wahl. Vor dem Wechsel Profiltiefe, Alter und Schäden prüfen; die besseren Reifen gehören laut TÜV Thüringen auf die Hinterachse, getauscht wird nur achsweise, nie diagonal.

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Was kostet der Radwechsel in der Werkstatt?

Ab 20 Euro pro Wechsel ohne Einlagerung, so TÜV NORD; die Einlagerung des zweiten Radsatzes kommt dazu. Der TÜV Thüringen spricht von moderaten Kosten für Montage und Lagerung. Dafür übernimmt die Werkstatt Drehmoment und Kontrolle, und sie haftet laut ADAC für den festen Sitz der Räder. Wer selbst wechselt, zahlt einmalig das Werkzeug.

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Allgemeine Informationen ohne Gewähr, keine Rechtsberatung im Einzelfall. Gebühren und Abläufe variieren je nach Zulassungsstelle und Versicherer.